RJ bei den ganz Großen

Roboterjournalismus bei den ganz Großen

In den Augen der Softwarevertreiber für Textgenerierung sitzt der Journalist der Zukunft nicht mehr allein am Schreibtisch, er hat einen Gefährten an seiner Seite: Einen Algorithmus, der in Sekundenschnelle Sport-, Wetter- oder Finanzberichte veröffentlicht. Die Routinearbeit fällt weg, und der Journalist konzentriert sich auf Hintergründe und investigative Berichte. Bei einigen Nachrichtenagenturen hilft der Roboterjournalist bereits Texte auf Masse zu produzieren, wohingegen sich einige nationale Zeitungen dagegen verwehren.

ANTONIA HEIZMANN UND VICTORIA WEGMANN

Laut einer Studie nutzen in Europa sieben große Nachrichtenagenturen Robotertexte. In Großbritannien nutzt die Press Association (PA) ihre eigene Software „Radar“, um der Krise der sterbenden Lokalzeitungen entgegenzuwirken. Der Gedanke dahinter: Kosten für Journalisten werden gespart und trotzdem bekomme jede Stadt, die entsprechende Daten zur Verfügung stellt, personalisierte Nachrichten. Die PA beliefert noch existierende Lokalzeitungen wie die englische Lokalzeitung Express and Star, das Lokalblatt Romford Recorder und viele weitere mit automatisch generierten Meldungen. In Zukunft soll die Software bis zu 30.000 Berichte monatlich produzieren, möglich sind sogar Titelgeschichten. Trotzdem gibt es ab und zu Grund für Korrekturberichte, da dem Algorithmus soziale und politische Feinheiten fehlen. So erschien 2017 im Romford Recorder ein Bericht über die schlechten Chancen für benachteiligte Kinder eine höhere Schulbildung abzuschließen. Das Programm hatte jedoch nicht berücksichtigt, dass zuvor im Jahr von der Regierung Budgetkürzungen für die Region vorgenommen wurden, die einen Einfluss auf diese Entwicklung hatten. Der Algorithmus bewertete nur die schlechte Lage, nicht den Hintergrund, was journalistisch und politisch fragwürdig ist.

In den USA ist es üblich, dass sich Firmen ihre Quartalsberichte von Nachrichtenagenturen wie der Associated Press (AP) erstellen lassen. Diese Berichte sind für die Firmen von großer Bedeutung, da sie einen Einfluss auf das Handelsvolumen und die Wertung an der Börse haben. So hat sich die Associated Press 2014 dazu entschieden, diese Berichte automatisch generieren zu lassen und somit zwölf Mal mehr Texte als zuvor veröffentlicht. 2015 veröffentlichte die AP jedoch einen Quartalsbericht für Netflix, in dem sich Fehler eingeschlichen hatten. Der Text gab an Netflix hätte in dem Quartal die Erwartungen nicht erreicht, dabei waren diese sogar übertroffen worden. AP wirbt damit, auch kleinen Firmeneine bessere Wertung durch automatische Texte zu verschaffen.

Die Stuttgarter Regionalzeitung und die Berliner Morgenpost sind Kunden von Aexea und nutzen die Software für ein automatisiertes Feinstaubradar, das stündlich eine Live-Karte sowie Textmeldungen herausgibt. In Stuttgart braucht man für alle Bezirke 80 Texte pro Tag, die von Journalisten geschrieben werden müssten, aber vom Algorithmus übernommen werden. Im Archiv der Süddeutschen Zeitung werden Artikel durch einen Algorithmus der passenden Kategorie zugeordnet, wodurch eine große Content-Menge verarbeitet wird und für Leser einfacher zu finden ist.

Diese Menge an Daten könnte vom Menschen allein nicht analysiert werden. Die Redaktion der Zeitung gibt aber an nicht mit Roboterjournalismus zu arbeiten. Laut Susanne Klein, Reporterin der Süddeutschen Zeitung, sei der Journalismus eine hochkomplexe Tätigkeit, in die die Beziehungen zu den Gesprächspartnern einfließen. Auch dem Chefredakteur des General Anzeigers Helge Matthiesen fehlt das Menschliche beim Roboterjournalismus: „Das Thema wird spannend, sobald Roboter einen Termin besuchen und darüber einen Bericht schreiben können.“

Laut einer Studie nutzen in Europa sieben große Nachrichtenagenturen Robotertexte. In Großbritannien nutzt die Press Association (PA) ihre eigene Software „Radar“, um der Krise der sterbenden Lokalzeitungen entgegenzuwirken. Der Gedanke dahinter: Kosten für Journalisten werden gespart und trotzdem bekomme jede Stadt, die entsprechende Daten zur Verfügung stellt, personalisierte Nachrichten. Die PA beliefert noch existierende Lokalzeitungen wie die englische Lokalzeitung Express and Star, das Lokalblatt Romford Recorder und viele weitere mit automatisch generierten Meldungen. In Zukunft soll die Software bis zu 30.000 Berichte monatlich produzieren, möglich sind sogar Titelgeschichten. Trotzdem gibt es ab und zu Grund für Korrekturberichte, da dem Algorithmus soziale und politische Feinheiten fehlen. So erschien 2017 im Romford Recorder ein Bericht über die schlechten Chancen für benachteiligte Kinder eine höhere Schulbildung abzuschließen. Das Programm hatte jedoch nicht berücksichtigt, dass zuvor im Jahr von der Regierung Budgetkürzungen für die Region vorgenommen wurden, die einen Einfluss auf diese Entwicklung hatten. Der Algorithmus bewertete nur die schlechte Lage, nicht den Hintergrund, was journalistisch und politisch fragwürdig ist.

In den USA ist es üblich, dass sich Firmen ihre Quartalsberichte von Nachrichtenagenturen wie der Associated Press (AP) erstellen lassen. Diese Berichte sind für die Firmen von großer Bedeutung, da sie einen Einfluss auf das Handelsvolumen und die Wertung an der Börse haben. So hat sich die Associated Press 2014 dazu entschieden, diese Berichte automatisch generieren zu lassen und somit zwölf Mal mehr Texte als zuvor veröffentlicht. 2015 veröffentlichte die AP jedoch einen Quartalsbericht für Netflix, in dem sich Fehler eingeschlichen hatten. Der Text gab an Netflix hätte in dem Quartal die Erwartungen nicht erreicht, dabei waren diese sogar übertroffen worden. AP wirbt damit, auch kleinen Firmeneine bessere Wertung durch automatische Texte zu verschaffen.

Die Stuttgarter Regionalzeitung und die Berliner Morgenpost sind Kunden von Aexea und nutzen die Software für ein automatisiertes Feinstaubradar, das stündlich eine Live-Karte sowie Textmeldungen herausgibt. In Stuttgart braucht man für alle Bezirke 80 Texte pro Tag, die von Journalisten geschrieben werden müssten, aber vom Algorithmus übernommen werden. Im Archiv der Süddeutschen Zeitung werden Artikel durch einen Algorithmus der passenden Kategorie zugeordnet, wodurch eine große Content-Menge verarbeitet wird und für Leser einfacher zu finden ist.

Diese Menge an Daten könnte vom Menschen allein nicht analysiert werden. Die Redaktion der Zeitung gibt aber an nicht mit Roboterjournalismus zu arbeiten. Laut Susanne Klein, Reporterin der Süddeutschen Zeitung, sei der Journalismus eine hochkomplexe Tätigkeit, in die die Beziehungen zu den Gesprächspartnern einfließen. Auch dem Chefredakteur des General Anzeigers Helge Matthiesen fehlt das Menschliche beim Roboterjournalismus: „Das Thema wird spannend, sobald Roboter einen Termin besuchen und darüber einen Bericht schreiben können.“